SWR 08.06.20 | Rheinland-Pfalz erlaubt Visiere für Gastronomie und Handel

Community Maske, Gastronomie, Handel, Maske, Mund Nasen Bedeckung, RLP, Visier -

SWR 08.06.20 | Rheinland-Pfalz erlaubt Visiere für Gastronomie und Handel

Die smile by eGo ist eine transparente Community Maske, die sich anstelle einer Stoffoberfläche einem PET-Schild bedient, um die Ausbreitung von Tröpfchen zu mindern. Nachdem manche Menschen die Maske aufgrund ihrer Beschaffenheit als Visier oder Faceshield wahrnehmen, hilft natürlich jede Entscheidung der Landesregierungen, den Menschen die Angst vor der Verwendung zu nehmen.

Der SWR schreibt:

"Die rheinland-pfälzische Landesregierung rudert zurück und erlaubt nun doch wieder das Tragen von Plastikvisieren bei Verkäufern und in der Gastronomie. Das teilte das Gesundheitsministerium mit.

Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) habe sich von DGB-Chef Dietmar Muscheid Erfahrungen schildern lassen. Demnach hielten sich die meisten Kunden an die Maskenpflicht, so dass das Übertragungsrisiko von Kunden auf das Personal reduziert sei.

Visiere würden insbesondere dann eingesetzt, wenn für die Beschäftigten aufgrund der Arbeitsbedingungen das dauerhafte Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen nicht zumutbar sei und die Abstandsregeln gewahrt bleiben. Vor dem Hintergrund der geschilderten Erfahrungen aus der Praxis und als Ergebnis des gemeinsamen Gesprächs sei entschieden worden, das Tragen von Visieren bei Verkäufern und in der Gastronomie wieder zuzulassen, so das Gesundheitsministerium.

Bodo Plachter, Virologe der Universitätsmedizin, unterstützt die Entscheidung: "Mund-Nasen-Bedeckungen schützen andere zwar klar effektiver als Visiere. Bei bestimmten Arbeitsbedingungen, wie dem Einräumen von Regalen im Supermarkt oder dem Service in der Gastronomie, ist ein dauerhaftes Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen aber nicht immer zumutbar", sagte er laut Pressemitteilung des Ministeriums.

Klarstellung vom Freitag: Gesichtsvisier nur mit Attest
Um die Plastikvisiere gibt es in Rheinland-Pfalz seit Tagen ein Hin und Her. Erst am Freitag hatte das Ministerium offiziell klar gestellt, dass Gesichtsvisiere grundsätzlich nicht als gleichwertiger Mundschutz anzusehen sind - nachdem Wirtschaftsverbände eine Klarstellung gefordert hatten. Die Landesregierung verwies auf eine entsprechende Auslegungshilfe zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Danach sei das Gesichtsvisier nur für Menschen zulässig, die eine Atemschutzmaske aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen könnten. Eine Ausnahme für die Wirtschaft gebe es nicht.

Auf Nachfrage erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag, dass nur Ärzte beurteilen könnten, welche medizinischen Gründe gegen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sprechen. Wer ein Attest vorweisen könne, dürfe statt einer Maske auch ein Visier tragen.

Rheinland-Pfalz vergleichsweise liberal bei Plastikvisieren
Zuvor war das Land Rheinland-Pfalz dem Einsatz von Plastikvisieren vergleichsweise aufgeschlossen eingestellt gewesen. Das Gesundheitsministerium hatte sie bis zum 20. Mai noch für jedermann erlaubt, obwohl das Robert Koch-Institut die Visiere zu diesem Zeitpunkt schon als nicht gleichwertig gegenüber Gesichtsmasken eingestuft hatte.

Das Land gehörte zudem zu den wenigen Bundesländern, die die Visiere früh in der Corona-Krise als Alternative akzeptiert hatten. Zahlreiche Unternehmen investierten daraufhin – und schafften Visiere für ihre Beschäftigten an. Entsprechend scharf war die Kritik, als das Land diese Erlaubnis zurückzog. Das neuerliche Zurückrudern der Landesregierung dürfte deshalb entsprechend für Erleichterung im Verkauf und in der Gastronomie sorgen. Für Privatleute allerdings bleibt es dabei: Plastikvisiere nur mit ärztlichem Attest."

 

Hier geht es zur Quelle.


Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen

DE
DE
DE